Fernrohrbrillen

Bei Fernrohrbrillen ist, wie der Name bereits vermuten lässt, ein Fernrohr in das Brillenglas eingebaut, mit dem entfernte Gegenstände vergrößert werden. Zum Einsatz kommen dafür sowohl Galilei- als auch Kepler-Fernrohre. Das Galilei-Fernrohr ist relativ klein, leicht und hat üblicherweise eine zweifache Vergrößerung. Das Kepler-Fernrohr erreicht höhere Vergrößerungen, ist aber deutlich schwerer und in der Zentrierung aufwändiger, so dass es seltener verwendet wird. Der Augenoptiker kann bei der individuellen Anfertigung einer Fernrohrbrille zusätzlich zur Sehbehinderung auch eine vorhandene Kurz- bzw. Weitsichtigkeit oder eine Hornhautverkrümmung berücksichtigen.

Fernrohrbrillen können monokular oder binokular, also für ein Auge oder beide Augen, angefertigt werden. Eine binokulare Ausführung ist jedoch deutlich schwerer und auch teurer, so dass sie nur bei einem guten Binokularsehen in Frage kommt. Nachteilig ist bei Fernrohrbrillen das kleine Sehfeld, also die verringerte Übersicht. Hinzu kommt eine veränderte Entfernungseinschätzung, so dass man sich mit diesen Sehhilfen nicht sicher bewegen kann. Man sollte sie deshalb nur im Sitzen oder Stehen verwenden, zum Beispiel bei Theateraufführungen, Sportveranstaltungen, Dia-Vorträgen oder auch zum Fernsehen.

Die verringerte Übersicht hat beim Fernsehen zur Folge, dass man mit einer zweifachen Vergrößerung mindestens drei Meter Abstand vom Fernseher braucht, um den ganzen Bildschirm ohne Kopfbewegungen überblicken zu können. Würde man stattdessen ohne Sehhilfe aus 1,5 Meter Entfernung fernsehen, hätte man ein gleich gutes Ergebnis, da die halbierte Entfernung ebenfalls zu einem doppelt so großen Bild im Auge führt. Fernrohrbrillen sind also nur dann effektiv, wenn man den Sehabstand nicht verringern kann oder möchte. Seit einiger Zeit gibt es auch vorgefertigte Fernrohrbrillen mit zweifacher Vergrößerung speziell zum Fernsehen. Sie stellen bei geringer Fehlsichtigkeit eine preiswerte Alternative dar.