Aktuelles

Die Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) führt zu massiven Einschränkungen im Alltag und stellt blinde und sehbehinderte Menschen vor besondere Herausforderungen. Deshalb haben wir nützliche Informationen und Hinweise speziell für blinde und sehbehinderte Menschen zusammengetragen.

Augenärztliche Versorgung in der Corona-Krise

Kontaktlinsen und COVID-19

Internetangebot des DBSV

Augenärztliche Versorgung während der Corona-Pandemie

Seit einigen Wochen, etwa seit Mitte März, wurden alle planbaren und nicht notwendigen Untersuchungen, Behandlungen und Operationen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Auf diesem Weg sollte die Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten mit schweren Krankheitsverläufen sichergestellt und eine Ausbreitung des Virus möglichst verhindert werden.

Aktuell sollen in Krankenhäusern wieder mehr Operationen und andere wichtige Behandlungen möglich sein. Genannt werden in diesem Zusammenhang auch Operationen am Grauen Star.

Ärztinnen und Ärzte warnen vor möglichen gesundheitlichen Schäden, wenn notwendige Arzttermine aus Angst vor Ansteckung nicht wahrgenommen werden. Auch augenärztliche Untersuchungen und Behandlungen sind nicht immer verschiebbar, ohne das Sehvermögen zu gefährden. Das betrifft zum Beispiel die intravitrealen Injektionen (Spritzen ins Auge) bei feuchter AMD oder bei einem diabetischen Makulaödem. Augenärztliche Notfälle sind zum Beispiel eine plötzlich eintretende Sehverschlechterung, eine Ablösung oder eine Entzündung der Netzhaut, ein akuter Glaukomanfall, eine Entzündung des Augeninneren, ein Hornhautgeschwür, ein neu diagnostizierter Tumor, eine offene Augenverletzung oder ein Fremdkörper im Auge.

Zum Schutz der Patientinnen und Patienten sowie des augenärztlichen Personals gilt es auch in der Augenarztpraxis oder in der Augenklinik, Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen strikt einzuhalten. Dadurch kann es zu Abweichungen von den normalen und gewohnten Abläufen kommen. Der Berufsverband der Augenärzte bittet um Beachtung von fünf Punkten beim Praxis- oder Klinikbesuch, die wir hier wie folgt zitieren:

  • Wenn Sie mit Covid-19 infiziert sind, ein Verdachtsfall sind oder unter Symptomen wie Fieber und Husten leiden, besprechen Sie mit uns telefonisch, ob ein akuter Termin überhaupt notwendig ist und gegebenenfalls wie dringlich dieser ist.
  • Wenn Sie sich unsicher über die Notwendigkeit der Behandlung sind oder Sorge haben, sich anzustecken, klären Sie bitte telefonisch vorab, ob Ihr Termin aufgeschoben werden kann.
  • Halten Sie Abstand! Vermeiden Sie direkten Kontakt zwischen Personen, sowohl in der Praxis oder Klinik als auch auf den Wegen.
  • Tragen Sie während des Aufenthaltes in der Augenarztpraxis Ihre Mund-Nasen-Schutzmaske.
  • Kommen Sie wenn irgend möglich ohne Begleitpersonen. (Zitat Ende)

Weitere Informationen des Berufsverbandes der Augenärzte: https://augeninfo.de/cms/fileadmin/PDF/bva_patienteninfo_corona.pdf

Kontaktlinsen und COVID-19

Neben dem gründlichen Händewaschen wird in Zeiten von COVID-19 immer wieder empfohlen, sich nach Möglichkeit nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen, besonders nicht in die Augen, da dies ein Risiko für die Übertragung des Corona-Virus ist oder sein könnte. Können da Kontaktlinsen weiter getragen werden?

In einer Pressemitteilung vom 31.03.2020 kommt die Vereinigung deutscher Contactlinsen-Spezialisten und Optometristen e. V. (VDCO) zu dem Schluss: Kontaktlinsentragen ist sicher – bei Einhaltung bestimmter Regeln (1). Sie verweist auf zwei Studien zu diesem Thema. Die Autoren beider Studien stimmen darin überein, dass die Tränenflüssigkeit von Infizierten kein sehr wahrscheinlicher Übertragungsweg für Covid-19 ist, dass jedoch weitere Studien mit einer höheren Anzahl von Probanden notwendig sind, um dies zu bestätigen (2, 3).

Prof. Dr. Christian Kempgens (Beuth Hochschule für Technik Berlin), erläutert was Kontaktlinsennutzerinnen und -nutzer jetzt besonders beachten müssen: „Es gelten dieselben Hygienebestimmungen wie sonst auch, mit der Empfehlung, nicht nur vor, sondern zusätzlich auch nach dem Auf- und Absetzen der Kontaktlinsen die Hände gründlich zu waschen – zum eigenen Schutz und zum Schutz der Mitmenschen. Und natürlich gilt wie immer: Kontaktlinsen nur tragen, wenn sich die Augen gesund anfühlen.“ Neben der strikten Einhaltung der persönlichen Hygiene müssen die bei der Kontaktlinsenanpassung mitgegebenen Pflegevorschriften genau beachtet werden. Benutzen Sie ausschließlich die festgelegten Hygiene- bzw. Pflegeprodukte und befolgen Sie die Austausch-Rhythmen und maximalen Trage- und Nutzungszeiträume, die auch in „normalen“ Zeiten gelten. So können Sie Kontaktlinsen auch in Zeiten von COVID-19 weiter tragen.

Wir bedanken uns bei Prof. Dr. Christian Kempgens, Professor für Kontaktoptik im Studiengang Augenoptik / Optometrie und Leiter des Labors für Kontaktlinsen an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, der unsere Fragen per Mail beantwortete.

Quellen
(1) Informationen der VDCO für Endverbraucher:
https://www.vdco.de/hygiene-contactlinsen-tragen-covid19/

(2) Xia J, Tong J, Liu M, Shen Y, Guo D. Evaluation of coronavirus in tears and conjunctival secretions of patients with SARS‐CoV‐2 infection. Journal of Medical Virology (2020), DOI:
https://doi.org/10.1002/jmv.25725

(3) Yu Jun IS, Anderson DE, Zheng Kang AE, Wang L-F, Rao P, Young BE, Lye DC, Agrawal R. Assessing Viral Shedding and Infectivity of Tears in Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Patients, Ophthalmology (2020), DOI:
https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2020.03.026

Internetangebot des DBSV

In einem neuen Internet-Angebot hat der DBSV aktuelle Informationen für sehbehinderte und blinde Menschen sowie für Menschen mit Sehverlust aufgrund chronischer Erkrankungen zusammengestellt.

Unter https://www.dbsv.org/corona.html finden Sie zum Beispiel Tipps eines Virologen, weitere gesicherte Informationsquellen zu den gesundheitlichen Fragen rund um Corona und Hinweise für Berufstätige.